Kosten und Honorarmodelle

Organisationsberatung Kosten: der Tagessatz

Wer die Kosten einer Organisationsberatung und den Tagessatz einschätzen will, braucht zwei Angaben: den vereinbarten Satz und die realistisch benötigte Zahl an Tagen. Die zweite Zahl entscheidet über die Gesamtkosten weit stärker als die erste.

Kurz beantwortet

Wie setzen sich die Kosten einer Organisationsberatung zusammen?

Die Kosten einer Organisationsberatung ergeben sich aus dem vereinbarten Tagessatz multipliziert mit der Zahl der Beratungstage, zuzüglich Reisekosten und gegebenenfalls Sachkosten für Räume oder Materialien. Der Tagessatz richtet sich nach Erfahrung, Verantwortung und Art des Mandats; die Zahl der Tage nach Umfang und Beteiligung. Verlässlich wird eine Aussage erst nach einem Erstgespräch, in dem der tatsächliche Aufwand geschätzt werden kann.

Was ein Tagessatz in der Organisationsberatung umfasst

Ein Tagessatz in der Organisationsberatung bezahlt nicht nur den Tag vor Ort, sondern die gesamte dafür nötige Arbeit. Das ist der häufigste Grund für Missverständnisse beim Vergleich von Angeboten.

Welche Leistungen stecken in einem Beratungstag?

Ein Beratungstag umfasst neben der Zeit vor Ort die Vorbereitung, die Auswertung und die Dokumentation. Bei einem moderierten Workshop entfällt erfahrungsgemäß etwa ein halber zusätzlicher Tag auf Konzeption und Nachbereitung. Ob dieser Aufwand im Satz enthalten ist oder gesondert berechnet wird, sollte im Angebot ausdrücklich stehen.

Was ist nicht im Tagessatz enthalten?

Nicht enthalten sind in der Regel Reisekosten, Übernachtungen, Raummieten und Materialien für größere Veranstaltungen. Bei Mandaten außerhalb der Region können diese Positionen spürbar ins Gewicht fallen. Sinnvoll ist eine Pauschale oder eine Obergrenze, damit die Gesamtkosten planbar bleiben.

Wovon hängt die Höhe des Satzes ab?

Die Höhe richtet sich nach Erfahrung und Verantwortung der beratenden Person, nach der Art des Mandats und danach, ob es sich um Einzelarbeit oder um ein Team handelt. Moderation eines Konflikts im Gesellschafterkreis wird anders bewertet als ein Trainingstag. Regionale Unterschiede spielen eine geringere Rolle, als häufig angenommen wird.

Übliche Honorarmodelle im Vergleich

Neben dem reinen Tagessatz sind in der Organisationsberatung drei weitere Honorarmodelle verbreitet. Welches passt, hängt davon ab, wie klar der Umfang zu Beginn absehbar ist.

Wann passt die Abrechnung nach Tagen?

Die Abrechnung nach tatsächlich geleisteten Tagen passt, wenn der Umfang zu Beginn nicht sicher feststeht, etwa bei Konfliktklärungen oder länger laufenden Begleitungen. Sie ist für beide Seiten fair, verlangt aber eine vereinbarte Obergrenze, damit das Mandat nicht unbemerkt wächst. Diese Obergrenze gehört in den Auftrag.

Wann ist ein Festpreis sinnvoll?

Ein Festpreis eignet sich für klar umrissene Leistungen mit absehbarem Aufwand, etwa eine Organisationsdiagnose mit festgelegter Zahl an Interviews oder einen zweitägigen Workshop samt Dokumentation. Er gibt Planungssicherheit, setzt aber voraus, dass der Umfang vorher tatsächlich beschreibbar ist. Bei unklarer Lage führt er zu Nachverhandlungen.

Was ist von Erfolgshonoraren zu halten?

Erfolgshonorare klingen attraktiv, scheitern in der Organisationsberatung aber meist an der Messbarkeit: Ob eine Veränderung gelungen ist, zeigt sich oft erst nach Jahren und hängt von vielen Beteiligten ab. Wo der Erfolg klar messbar ist, etwa bei einer Besetzung, sind sie üblich. Bei Kultur- und Führungsthemen sind sie unseriös.

Wann lohnt ein Beratungskontingent?

Ein Kontingent, also eine vereinbarte Zahl von Tagen über einen längeren Zeitraum, eignet sich für laufendes Sparring der Geschäftsführung ohne festes Projekt. Es senkt die Schwelle, früh anzurufen, statt erst in der Zuspitzung. Ungenutzte Tage sollten verfallen oder übertragbar sein, das gehört vorher geklärt.

Was den Umfang eines Mandats bestimmt

Die Gesamtkosten einer Organisationsberatung werden weniger vom Tagessatz bestimmt als von der Zahl der Tage. Vier Faktoren treiben diese Zahl in der Praxis.

Wie viele Menschen sind beteiligt?

Jede zusätzlich beteiligte Gruppe erhöht den Aufwand, weil Interviews, Rückkopplung und Abstimmung dazukommen. Ein Vorhaben mit der Geschäftsführung allein ist deutlich schlanker als eines, das Führungskräfte, Betriebsrat und Belegschaft einbezieht. Beteiligung kostet Zeit und ist trotzdem meist die Voraussetzung dafür, dass die Veränderung trägt.

Wie klar ist die Fragestellung?

Ein präzise beschriebenes Anliegen lässt sich gezielt bearbeiten. Wenn dagegen erst herausgefunden werden muss, worin das eigentliche Problem besteht, kommt eine Diagnosephase hinzu. Diese Phase ist selten verzichtbar, weil das genannte Problem und das eigentliche Problem in der Praxis häufig auseinanderfallen.

Wie tief soll die Veränderung reichen?

Eine Empfehlung zu erarbeiten kostet einen Bruchteil dessen, was ihre Umsetzung an Begleitung erfordert. Wer nur ein Konzept braucht, kommt mit wenigen Tagen aus. Wer will, dass sich das Verhalten im Alltag ändert, muss mit einer Begleitung über mehrere Monate rechnen.

Wie belastet ist die Organisation bereits?

In Organisationen mit mehreren gescheiterten Anläufen, hoher Arbeitsbelastung oder offenen Konflikten dauert jeder Schritt länger, weil zuerst Vertrauen entstehen muss. Das ist kein Zeichen schlechter Beratung, sondern eine realistische Rahmenbedingung. Sie sollte im Angebot benannt und nicht optimistisch weggerechnet werden.

Angebote vergleichbar machen

Angebote für Organisationsberatung lassen sich nur vergleichen, wenn sie dieselben Leistungen beschreiben. Ein niedrigerer Tagessatz bei doppelter Tagezahl ist das teurere Angebot.

Welche Angaben muss ein Angebot enthalten?

Ein vergleichbares Angebot nennt die Zahl der Beratungstage, was in einem Tag enthalten ist, wer die Arbeit ausführt, welche Nebenkosten anfallen und was am Ende vorliegt. Fehlt eine dieser Angaben, lässt sich der Preis nicht bewerten. Diese Angaben lassen sich ohne Weiteres nachfordern.

Woran erkennt man ein zu niedriges Angebot?

Ein auffällig niedriges Angebot beruht fast immer auf einer zu knapp geschätzten Tagezahl, auf fehlender Vor- und Nachbereitung oder darauf, dass unerfahrenere Personen die eigentliche Arbeit übernehmen. Die Differenz taucht später als Nachtrag wieder auf. Sinnvoll ist die Frage, welche Annahmen der Schätzung zugrunde liegen.

Was ist der teuerste Fehler?

Der teuerste Fehler ist nicht ein zu hoher Tagessatz, sondern eine Beratung, deren Ergebnisse nicht umgesetzt werden. Dann ist der gesamte Aufwand verloren, unabhängig vom Preis. Deshalb ist die Frage, wie die Umsetzung abgesichert wird, wichtiger als die Frage nach dem Satz.

Wie kommt man zu einer belastbaren Aussage?

Eine belastbare Aussage entsteht nach einem Erstgespräch, in dem Anlass, Umfang und Beteiligte geklärt werden. Erst dann lässt sich der Aufwand seriös schätzen. Bei der IGS Organisationsberatung ist dieses Erstgespräch kostenfrei und unverbindlich.

Häufige Fragen

Nein. Der Aufwand hängt so stark von Anlass, Umfang und Beteiligung ab, dass eine Preisliste eine Genauigkeit vortäuschen würde, die es nicht gibt. Nach dem Erstgespräch erhalten Sie ein schriftliches Angebot mit Tagen, Leistungen und Nebenkosten.

Nein, das Erstgespräch ist kostenfrei und unverbindlich. Es dient dazu, das Anliegen zu verstehen und einzuschätzen, ob eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Daraus entsteht keine Verpflichtung.

Für mittelständische Unternehmen bestehen je nach Bundesland und Anlass Förderprogramme für Beratungsleistungen, deren Bedingungen sich regelmäßig ändern. Ob ein Vorhaben förderfähig ist, sollte vor Beauftragung geklärt werden, weil Anträge in der Regel vor Beginn gestellt werden müssen.

Üblich ist die Abrechnung nach geleisteten Beratungstagen, bei längeren Mandaten monatlich. Nebenkosten werden gesondert und nach Beleg abgerechnet. Die Zahlungsbedingungen stehen im Angebot.

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